Jahresgruppe Entwicklungstrauma

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

angeblich von J. W. von Goethe

Was sind Schocktrauma und Entwicklungstrauma?

Wenn wir das Wort „Trauma“ hören, dann denken wir meistens an schreckliche Ereignisse, Unfälle, Missbrauch, Angriffe und solche Dinge, die von heute auf morgen das ganze Leben auf den Kopf stellen und nichts mehr so ist wie es war. Diese Art von Trauma wird auch Schocktrauma genannt. Diese Dinge sind schlimm, aber das ist nicht die einzige Art von Trauma, die unser ganzes Leben beeinflusst.

Es gibt auch das sogenannte Entwicklungstrauma.

Entstehung von Entwicklungstrauma

Emotionale Bindung ist für uns Menschen, insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, so überlebenswichtig wie Nahrung, Schlaf oder gar das Atmen. Wir alle brauchen eine Bezugsperson, die in jungen Jahren unsere Gefühle reguliert, weil wir als Baby oder Kleinkind noch nicht in der Lage dazu sind.

Diese Art der Bindung bildet ein grundlegendes Band zwischen zwei Menschen, welches für eine gesunde, emotionale Entwicklung sorgt. Viele von uns haben diese Sicherheit nicht erleben dürfen und wir wundern uns im Heute warum wir uns einsam fühlen egal wie viele Menschen um uns herum sind, oder wir das Gefühl haben nicht in diese Welt zu passen, anders als alle anderen zu sein, oder uns als falsch und unfähig empfinden.

Mögliche Ursachen von Entwicklungstrauma

  • Vernachlässigung
  • Vorgeburt- und Geburtstrauma
  • Frühgeburt oder Brutkastenerfahrung
  • Mangelnde Versorgung der früheren Grund- und Entwicklungsbedürfnisse
  • Krankheit der Mutter/Vater und deren Abwesenheit (z.B. durch Krankenhausaufenthalt)
  • Scheidungskind sein
  • Narzisstische Mütter/Väter
  • Als Kind ständig eine große Verantwortung tragen
  • Unberechenbarkeit der Eltern
  • Schläge (auch verbaler Natur)
  • Missbrauch
  • Tod der versorgenden Personen (Mütter/Väter/Großeltern etc.)
  • Krankheit von Geschwistern, die die Aufmerksamkeit der Eltern eingenommen haben
  • Sucht der Eltern (Alkohol, Drogen etc.)
  • Psychische Störung der Eltern (Borderline, Psychosen, Depressionen etc.)

Auswirkung von Entwicklungstrauma

Die Auswirkungen eines Lebens in einer dysfunktionalen Familie, die geprägt ist durch Abwesenheit, Vernachlässigung, Unsicherheiten, Krankheit oder Sucht setzt ein Kind enorm unter Stress. Als Kind können wir diesen Stress nicht selbst regulieren und fühlen uns hilflos.

Wir waren der Situation ausgeliefert – ein Ohnmachtsgefühl, dass uns eventuell innerlich erstarren lässt oder zu Wutausbrüchen führen kann.
Wir waren ständig damit beschäftigt uns anzupassen und zu „überleben“.              
Auswirkungen aus unsicheren emotionalen Verbindungen zeigen sich sogar nachweislich auf neuronaler Ebene. Die Symptome sind so vielfältig, so wie die Art von Leben, die wir gelebt haben.  

Mögliche Symptome von Entwicklungstrauma als Erwachsene

Bindungsstörungen
Bindungsangst
Co-Abhängigkeit
Emotionale Abhängigkeit
Verlustängste
Klammern
Schwierigkeiten uns selbst und anderen zu vertrauen
Sich aufopfern, um geliebt zu werden
Übermäßig viel zu leisten, um gemocht zu werden
Scham- und Schuldgefühle
Niedrige Stresstoleranz
Selbstdestruktives Verhalten und Autoaggressionen
Sich ständig überfordern
Übertriebenes Bedürfnis nach Kontrolle
Perfektionismus
Eigene Bedürfnisse nicht erkennen und durchsetzen
Eigene Grenzen können nicht erkannt und umgesetzt werden
Negative Lebenssituationen werden als vertraut erfahren und nicht verlassen
Das Gefühl alles immer allein machen zu müssen, keine Hilfe annehmen können
Gefühl nicht zu genügen
Gefühl „zu viel“ für andere zu sein
Gestörte Selbst- und Fremdwahrnehmung
Kopflastig und „überrational“ sein
Empfindungen im Körper können nicht „gefühlt“ werden
Innere Wut
Innere Trauer
Leere
Dissoziation
Depersonalisation
Konzentrationsschwierigkeiten
Schlechte Affektregulation
Depressive Verstimmungen
Versuch die innere Leere durch Substanzen wie Alkohol, Drogen oder  Nahrung zu füllen
Gefühl von Einsamkeit
Unverhältnismäßige Reaktion auf Trennungen oder Verluste
Burnout


Findest du dich in den Themen wieder?

Das Gute daran ist, wenn man einmal erkannt hat, wo die Ursache liegt, nämlich in einem Entwicklungstrauma, kann man Wege finden die gefühlte Leere in Verbindung zu anderen wieder zu füllen und sich schlussendlich selbst lieben zu lernen.

„Wir alle brauchen ein „Du“ um ein „Ich“ zu werden.“                                                                                                              

Gemeinsam wollen wir:

Durch die körperorientierte therapeutische Methode „SEI® – Somatische Emotionale Integration von Dami Charf“ nehmen wir gemeinsam in einer kleinen, geschützten Gruppe, die ein Jahr lang besteht, unser inneres vernachlässigtes Kind an die Hand. Wir lernen es wieder zuzulassen, dass andere Menschen, und wir uns selbst, uns zuwenden. Dadurch füllen wir die eventuell entstandene innere Leere und kommen bei uns selbst an.

Themen in der Gruppe

Schuld & Scham
Persönliche Trigger
Einsamkeit
Bindungsprobleme
Süchte
Grenzen setzen
Selbstliebe
Gefühlsregulationen
Wut & Trauer
Ressourcen
… und was sonst so auftauchen möchte.

Unsere Methoden

Psychotherapeutische Elemente
Biographie Arbeit
Körperorientierte Therapie
Arbeit mit dem inneren Kind
Achtsamkeitstherapie
Meditation
uvm.

Dauer: ein Jahr von November 2019 bis November 2020

Ort: Hamburg-Uhlenhorst- Therapieraum Hamburg

Termine auf Anfrage

Kosten: 90,00 Euro/Termin (auch bei Nichtteilnahme)


Gerne lernen wir dich vorab in einem kurzen 30-minütigen Treffen persönlich kennen, um gegenseitige Fragen klären zu können. Dafür werden wir dir 40,00 € berechnen.

Wir freuen uns auf dich!
Deine Inga Hachmann und Angelique Rode